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Herr Muhammet sucht eine Stelle als Putzhilfe oder die etwas andere Geschichte aus „1000 & einer Nacht“ - Blog - CreaLengo GmbH - Bildung & Coaching

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Herr Muhammet sucht eine Stelle als Putzhilfe oder die etwas andere Geschichte aus „1000 & einer Nacht“

Herausgegeben von in Stellensuche ·
Tags: StellensucheJobLebenslauf
In meinen Blog-Geschichten ändere ich stets die Namen der Personen und vielleicht noch das eine oder andere Detail. Ich möchte ja nicht, dass hier der Datenschutz verletzt wird, das ist mir sehr wichtig. In der nächsten Geschichte muss ich noch vorsichtiger sein und die eine oder andere Kleinigkeit anpassen. Die Geschichte selber ist aber wahr. Lesen Sie selber!

Herr Muhammed kam als Flüchtling in die Schweiz. Ich habe ihn in einer Beratung kennengelernt. „Welche Arbeit suche Sie?“ fragte ich. Er wolle einfach arbeiten, meinte er, zum Beispiel als Reinigungskraft oder in der Logistik. Das sei ihm egal. Er habe eine kleine Familie, die er ernähren muss. Er sei flexibel und kräftig und kann sich auch etwas auf dem Bau vorstellen.

Er hatte etwas sehr Intelligentes in den Augen und schien aus gutem Haus zu kommen. Reinigung passte einfach irgendwie nicht zu ihm, dachte ich mir. Deshalb fragte ich weiter: „Was haben Sie in Ihrer Heimat gemacht?“ „Ich war Journalist“ erklärte er mir. Ich stellte mir irgendein Käseblatt in einem arabischen Land vor. Vielleicht ein Amtsblatt oder ein Regionaljournal, vielleicht weil ich viele Leute kenne, die sich ebenfalls als Journalisten bezeichnen. „Wie gross war diese Zeitung?“ fragte ich vorsichtshalber. Er meinte, es sei die Grösste im Land gewesen. Deshalb musste er ja auch fliehen. Mehr wollte er nicht mehr erzählen. Das habe ich nur zu gut verstanden.

Er sprach nicht nur das Arabisch aus dem Heimatland, sondern konnte nach eigenen Angaben alle 16 arabischen Sprachen in Wort und Schrift. Er sei mit seiner Familie damals viel herumgereist und Sprachen machten ihm Spass. Leider sei sein Deutsch noch nicht gut genug, um als Übersetzer zu arbeiten. Für die entsprechenden Schulen fehle ihm leider die Zeit und das Geld. Erst müsse er mal genügend verdienen, damit seine Familie gut leben könne.

Statt die Stellenanzeigen anzuschauen, haben wir einfach mal gegoogelt. Ich habe die Begriffe „Job“ und „arabisch“ eingegeben und sofort fand ich ein Uhrengeschäft in einem Touristenort, welches mehrere Angestellte sucht, die sich fliessend in Arabisch oder Russisch unterhalten könnten. Ich zeigte es Herr Muhammed. Er schaute mich erstaunt an und seine Augen fingen an zu glänzen. Er erklärte mir, dass er  mal in einem Uhrenladen in der Heimat gearbeitet habe, um so sein Studium zu verdienen.

Nun stellte er seine Unterlagen neu zusammen, überarbeitete seinen Lebenslauf und brachte seine Bewerbung persönlich vorbei. Wochen später erfuhr ich, dass er sich bereits gut eingearbeitet hat und sogar schon Flyers und die Werbetafel des Geschäfts ins Arabische übersetzt hatte. Seine guten Umgangsformen halfen dabei, mit der reichen Kundschaft gute Geschäfte zu machen.




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