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Der Spion, der 1. Klasse fuhr - Blog - CreaLengo GmbH - Bildung & Coaching

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Der Spion, der 1. Klasse fuhr

Herausgegeben von in Führung ·
Tags: TelefonZugWirtschaftsspionage1.KlasseBahnfahrt
 
Ich mag keine Anrufe im Zug. Ich finde die lauten Telefonate in den öffentlichen Verkehrsmitteln weder informativ noch wichtig. Ob das Mädchen die blauen Augen seines Freundes liebt oder der Mann mit dem Hund 5 Minuten später zuhause ist, ist nichts, dass ich wissen will. Trotzdem schreien die Leute in ihr Telefon, als ob sie die ganze Strecke zum Gesprächspartner ohne Gerät überbrücken müssten.

 
Anders ist es im erste Klasse Abteil. Da werden die Gespräche wirklich interessant.
 

Früher brauchte ein Wirtschaftsspion eine gute Ausbildung in Abhörtechniken und das passende Material. Heute reicht eine Zugfahrkarte. So wurde ich schon über den Namenswechsel einer grossen Firma in der Schweiz vor einem Jahr informiert und ich kenne auch die börsenrelevanten Entscheidungen von einer anderen Firma, die ich beide hier nicht namentlich erwähnen möchte. Meine Aktien habe ich aber trotzdem vorsichtshalber verkauft.

Das wohl lustigste Gespräch war der Herr gegenüber von mir vor nicht allzu langer Zeit. Er sprach mit seiner Sekretärin. Auch diese Dame konnte ich wegen der guten Verbindung ebenfalls gut verstehen. Sie machte ihn auf seinen 5. Hochzeitstag aufmerksam. „Was soll ich meiner Frau denn schenken? Was sagen Sie zu Blumen?“ – „Besser nicht, Ihre Frau findet Blumen nicht wirklich passend für so einen wichtigen Tag“ hörte ich die Dame am anderen Ende der Leitung klar und deutlich sagen „Ihre Frau hat doch von dieser Halskette mit der Perle gesprochen“ meinte die Sekretärin. Daraufhin hat der Krawattenträger ihr den Auftrag gegeben, diese Kette zu kaufen und seiner Frau in seinem Namen zu schenken. Ich bin mir sicher, wenn der Krawattenträger diese Sekretärin nicht hätte, wäre er wohl schon geschieden. Sie hat in meinen Augen eine Lohnerhöhung verdient!

Als Kind vom letzten Jahrtausend und gewöhnt an diskrete Telefonkabinen, sind mir solche Gespräche peinlich. Aber ich werde mich daran wohl gewöhnen müssen. Solange ich in der ersten Klasse sitze, kann ich mir dafür die Wirtschaftszeitung sparen.
 

Manchmal lernt man ja auch noch was dazu. Vielleicht werde ich das Rezept für die speziellen Brownies von der Dame im blauen Deux-Piece mal ausprobieren.



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